Westfalen Connection – Das Filmschaffen in der Region blüht auf

Der Wettbewerb Westfalen Connection beim Filmfestival Münster zeigt in diesem Jahr 18 Filme aus der Region oder von Menschen, die aus Westfalen stammen. Darunter sind zahlreiche Festivalpremieren und Filme von und mit bekannten Namen.

In der Festivalsektion Westfalen Connection dreht sich zum sechsten Mal alles um Filme aus der Region oder Filme, deren Filmemacherinnen und Filmemacher auf teils ganz unterschiedliche Weisen mit Westfalen verbunden sind. Erneut lobt die in Münster ansässige Stiftung Westfalen-Initiative zwei Preisgelder für den Wettbewerb aus. Gekürt wird einerseits der beste Kurzfilm der Region mit maximal 30 Minuten Länge und erhält ein Preisgeld in Höhe von 1.000 EUR. Unabhängig davon gehen auch einige längere Beiträge mit mehr als 30 Minuten Länge ins Rennen um 1.500 EUR Preisgeld.

„Nie zuvor haben wir so viele Filme aus der Region eingereicht bekommen – und nie zuvor war die künstlerische Qualität der Filme durchgehend so hoch wie in diesem Jahr“, so Carsten Happe, der gemeinsam mit Risna Olthuis das Filmfestival Münster leitet.

Im Kurzfilmwettbewerb der Westfalen Connection feiern gleich mehrere Filme ihre Festivalpremieren, so auch das Regiedebüt Und was ist mit uns? der Schauspielerin Michelle Barthel, die vor zwei Jahren bereits als Jurymitglied beim Filmfestival Münster zu Gast war. In der Hauptrolle ihres berührenden Familiendramas ist die renommierte Darstellerin Elisa Schlott zu sehen, die unter anderem mit dem Förderpreis Deutscher Film ausgezeichnet wurde.

Auch der Film Disposable von der Münsterschen Produktionsfirma Butchers & Duchess sowie die Doku Der Moment in dem ich dich ins Herz schloss von Mustafa Khalaf von der Kunstakademie Münster werden im Rahmen der Westfalen Connection uraufgeführt.

Darüber hinaus glänzt der Wettbewerb mit einem bunten Genre- und Themen-Mix: Die dekoloniale Fabel About Happy Hippos and Sad Peacocks von Johannes Förster & Elkin Calderón Guevara erkundet bildgewaltig die Verbindung zwischen Mensch, Natur und Geschichte. Während When I Bleed von Miri Klischat sich auf die Suche nach Akzeptanz und Versöhnung mit dem eigenen (weiblichen) Körpergefühl begibt und Female Walk von Lilith Gosmann die schrittweise Emanzipation einer jungen Frau begleitet, taucht Petrichor von Lorenz Bach in die Gefühlswelten eines jungen Filmemachers ein, dessen Leben sich zwischen der Suche nach Liebe, der Überforderung durch den Alltag und der Aufarbeitung vergangener Beziehungen abspielt.

In den zweiten Wettbewerb der Westfalen Connection sind dieses Mal drei mittellange Filme eingeladen, darunter die Dokumentation Vater und Jaust von Alexander Peiler, Jonas Bomba und Josua Zehner, die eine von väterlicher Gewalt geprägte Kindheit thematisiert und eine sehr ehrliche Begegnung zwischen Vater und Sohn initiiert. In Kombination mit den Spielfilmen Viel Nebel im November von Anna Lena Höhne und Vitja von Christina Keilmann, beides Abschlussfilme der FH Dortmund, könnte die thematische Vielfalt dieser Kategorie kaum größer sein.

In insgesamt vier Filmprogrammen sind die kurzen und mittellangen Beiträge am Freitag, 26. September, und Samstag, 27. September, im Schloßtheater Münster zu sehen. Die Filmauswahl der Westfalen Connection zeugt von dem kreativen Potential, das in der Region vorhanden ist, und von dem Engagement und Ehrgeiz der Filmschaffenden, mit zumeist limitierten finanziellen Möglichkeiten, sehenswerte Filme entstehen zu lassen.