Totally Fucked Up

Eine wahnsinnige Mischung aus Punk-Nihilismus und trockener Ironie – der erste Film aus Gregg Arakis „Teen Apocalypse Trilogy“ gibt Jean-Luc Godards Klassiker „Masculin féminin“ eine gewagte queere Note.
(Englisch mit englischen Untertiteln)

Ein Film von Gregg Araki
USA 1993, 79 min

In fünfzehn zerrissenen Episoden taucht Totally Fucked Up kopfüber in das Leben einer Gruppe queerer, unzufriedener Teenager aus Los Angeles ein, die eine Art Ersatzfamilie bilden, während sie sich mit Begierde und Herzschmerz, gesellschaftlicher und familiärer Ablehnung und der Entfremdung auseinandersetzen, die das Aufwachsen als Homosexueller in einer Zeit unerbittlicher Moralisierung mit sich bringt. Arakis Antwort auf die Teenager-Komödien der 1980er Jahre ist sowohl eine trotzige Hymne an das Außenseitertum als auch eine wütende Abrechnung mit der allgegenwärtigen Homophobie in Amerika. Der Film fängt die jugendliche Angst mit einer Unmittelbarkeit ein, die noch immer schmerzt.

Regie, Drehbuch, Kamera & Schnitt: Gregg Araki – mit Songs von: Ministry, Red House Painters, The Jesus & Mary Chain, This Mortal Coil u.a. – Mit James Duval, Roko Belic, Susan Behshid, Jenee Gill, Gilbert Luna u.a. Deutscher Vertrieb: Camera Obscura Filmdistribution, cameraobscurafilms.de

Gregg Araki
Gregg Araki wurde 1959 als Sohn japanisch-amerikanischer Eltern in Los Angeles geboren. In den frühen 80er Jahren schrieb sich Araki an der USC Film School ein, wo seine studentischen Projekte von New-Wave-Musik, der DIY-Kultur der Underground-Kunst und Filmemachern wie Rainer Werner Fassbinder, Jim Jarmusch und John Waters inspiriert waren. Araki gehört seit seinem filmischen Durchbruch mit The Living End beim Sundance Film Festival 1992 gemeinsam mit Isaac Julien oder Todd Haynes zur Speerspitze der New-Queer-Cinema-Bewegung. Arakis drei nachfolgende Spielfilme, die seine äußerst einflussreiche Teen Apocalypse Trilogy bilden, inspirierten eine ganze Generation von Ausgestoßenen und queeren Menschen dazu, sich selbst zu akzeptieren und allen, die es wagten, über sie zu urteilen, den Mittelfinger zu zeigen.