Moderation
Paula Essam
Es diskutieren:
Katharina Huber, Acker Film
Jacqueline Jansen, Filmweh
Mariana Schneider, Hessen Film & Medien
Jennifer Stahl, Produktionsallianz Campus
Die deutsche Filmförderlandschaft befindet sich im Wandel. Gleichzeitig wächst die Zahl an Filmschaffenden, die sich intensiv mit Filmkunst auseinandersetzen. Doch ein zentrales Problem bleibt bestehen: Es gibt nicht genug Fördermittel, um kreative Teams angemessen zu bezahlen.
Gerade im Nachwuchsbereich zeigt sich eine deutliche Lücke: Viele Erstlingswerke können nicht über klassische Filmförderungen finanziert werden, ohne dass die Beteiligten in prekäre Arbeitsverhältnisse geraten. Das betrifft sowohl Absolvent:innen von Filmhochschulen als auch Filmschaffende, die ihren eigenen Weg abseits institutioneller Ausbildung gehen.
In dieser Gesprächsrunde möchten wir diese Herausforderungen offen diskutieren:
- Wie gestaltet sich die Finanzierung der ersten Filme für Filmhochschul-Absolvent:innen?
- Welche Chancen haben Filmschaffende, die keine klassische Filmhochschule besucht haben?
- Und vor allem: Welche neuen Fördermöglichkeiten gibt es tatsächlich?
Gemeinsam mit Expert:innen, Filmemacher:innen und Branchenvertreter:innen wollen wir Lösungsansätze beleuchten und diskutieren, wie eine fairere und zugänglichere Filmförderung aussehen kann.
Die Veranstaltung wird von der Filmwerkstatt Münster, dem Filmbüro NW und dem Netzwerk Filmkultur NRW im Rahmen des Filmfestivals Münster organisiert.
Gefördert durch das MKW, mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Westfalen-Initiative.
Katharina Huber

Katharina Huber schließt 2012 das Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln ab. 2014 erhält sie für ihren Master am Royal College of Art in London das Stipendium des DAAD. Zu dieser Zeit liegt ihr Arbeitsschwerpunkt im Bereich Animation und Kurzfilm. Zurück in Köln arbeitet sie als freischaffende Künstlerin und Filmemacherin und wird Mitbegründerin einer Produktionsfirma, mit der sie den in der Antarktis gedrehten Dokumentar/Essay Film Out of the Gardens als Produzentin, Darstellerin, zweite Kamera und Co-Regie realisiert. Der Film wird 2018 bei FID Marseille uraufgeführt und erhält mehrere Auszeichnungen auf weiteren Festivals. 2020 feierte ihr letzter Animationsfilm Der natürliche Tod der Maus Premiere auf den Kurzfilmtagen Oberhausen. Neben darauffolgenden zahlreichen internationalen Auszeichnungen auf diversen Festivals, wird der Film auch mit dem Deutschen Kurzfilmpreis als bester Animationsfilm des Jahres 2020 ausgezeichnet. 2021 gelangt er auf die Shortlist für die Nominierungen zum Europäischen Kurzfilmpreis.
Ihr Spielfilm-Debüt Ein schöner Ort wird 2023 in die Sektion Cineasti del presente beim Locarno Filmfestival eingeladen und erhält dort zwei Preise, den „Best emerging director award“, sowie „Best performance award“, mit dem Clara Schwinning, eine der beiden Hauptdarstellerinnen ausgezeichnet wird. Es folgen weitere Festivalteilnahmen und Auszeichnungen. 2024 gründet sie die Produktionsfirma mit dem Namen Acker Film, unter welchem bereits Ein schöner Ort produziert wurde. Während der zweite Spielfilm Gesang der Schnecken sich in Vorbereitung befindet und auf Finanzierung wartet, hat Huber unabhängig von Förderinstitutionen den Kurzfilm Späternte realisiert. Dieser wurde als Weltpremiere auf dem diesjährigen Filmfestival in Locarno präsentiert.
Jacqueline Jansen

Jacqueline Jansen wurde 1994 in Erkelenz, NRW, geboren und wuchs auf einem Kohlbauernhof auf. Als Filmemacherin ist sie keinem klassischen Ausbildungsweg gefolgt, sondern dem der Autodidaktin. 2019 realisierte sie ihren ersten dokumentarischen Langfilm No Way Home, der in Deutschland und den USA gedreht wurde. Ihr Spielfilmdebüt Sechswochenamt entwickelte sie in den Anfängen der Pandemie und fand in den herausfordernden Zeiten ein besonderes Finanzierungsmodell. Der Film ist ihr erster langer, autofiktionaler Spielfilm, feierte im Rahmen des Filmfest München 2025 seine Weltpremiere und wurde mit dem Förderpreis für die beste produzentische sowie schauspielerische Leistung (Magdalena Laubisch) und mit dem FIPRESCI Award ausgezeichnet.
Mariana Schneider

Mariana Schneider lebt in Frankfurt am Main und arbeitet bei Hessen Film & Medien als Förderberaterin. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der strukturellen und finanziellen Förderung von Nachwuchstalenten und Debütant:innen. 2012 nahm sie am International Master in Audiovisual and Cinema Studies an den Universitäten Frankfurt, Barcelona und Birkbeck College London teil. Vor ihrem Abschluss 2015 begann sie als Rechercheurin zu arbeiten und war später als Produzentin für TV-Dokumentationen bei einer unabhängigen Produktionsfirma in Frankfurt tätig. Von September 2017 bis August 2018 war sie Teil der internationalen Meisterklasse für Nachwuchsproduzenten am Atelier Ludwigsburg-Paris. Ende 2018 kehrte sie in die Frankfurter Region zurück und begann ihre Tätigkeit an der Film- und Medienakademie Hessen sowie als freiberufliche Redakteurin für Popkulturprogramme bei ZDF/arte.
Jennifer Stahl

Seit April 2023 leitet Jennifer Stahl die Produktionsallianz Campus als Geschäftsführerin. In dieser Funktion setzt sie Impulse in den Bereichen Nachwuchsförderung und Fachkräftequalifizierung. Dazu gehört unter anderem die Kooperation im Projekt NewMotion, das durch Shadowing Menschen aus marginalisierten Gruppen einen unkomplizierten und zugleich wirkungsvollen Einstieg in die Film- und Fernsehbranche ermöglicht. Ergänzend arbeitet das Projekt an einer digitalen Berufsinformationsplattform, die die Sichtbarkeit aller Gewerke stärkt, die Vielfalt der Weiterbildungsangebote abbildet und offene Einstiegsstellen transparent zugänglich macht.
Zuvor war sie bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin tätig, wo sie bis 2020 die Programmkoordination der Sektion Perspektive Deutsches Kino verantwortete und gemeinsam mit Linda Söffker die Auswahl und Ausrichtung der Nachwuchssektion gestaltete. Anschließend übernahm sie zusammen mit Anne Ballschmieter die künstlerische Leitung von FIRST STEPS und prägte dort die strategische wie inhaltliche Ausrichtung der renommiertesten Initiative für junge Filmschaffende im deutschsprachigen Raum.
stahl@produktionsallianz-campus.de
Paula Essam

Die sechssprachige Schauspielerin und Autorin Paula Essam wurde in Lübeck geboren, studierte internationale Studien mit Fokus Asien und Recht an der Sciences Po in Frankreich, sowie Medien, Business und Sprachen an der Korea University in Seoul. Sie wurde die erste ausländische Cheerleaderin Südkoreas und arbeitete als Reisereporterin für einen koreanischen Fernsehsender. Seit Abschluss ihrer Schauspielausbildung an der IAF spielt sie in Serien und Filmproduktionen (Sam – Ein Sachse, Drift, Drei Leben lang uvm.). Sie nahm am Women Writing Lab mit Robin Swicord (HFF München) und der Comedy Masterclass (IFS Köln) teil und schreibt seit 2023 für TV und Film. Sie moderiert Panels zum Thema Diversität und engagiert sich ehrenamtlich im Vorstand von Pro Quote Film, wo sie sich für Geschlechtergerechtigkeit und Diversität in der deutschen Filmindustrie einsetzt.