Jurys

Die Jury | European First Feature Film Competition

Erol Afşin // Christina Ebelt // Eurydice Gysel

Fotos: Linda Rosa Saal // Maja Claussen // CZAR.BE

Erol Afşin ist Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur. Er wirkte in nationalen und internationalen Projekten mit, u. a. in Homeland (2015), Les Filles du Soleil (2018) und The Turkish Detective (2023). Sein Regiedebüt Es brennt feierte 2023 Weltpremiere beim Filmfest München und war Eröffnungsfilm beim Filmfestival Münster 2023 und wurde auf nationalen wie internationalen Festivals gezeigt. Afşin lebt in Berlin und Istanbul und arbeitet an Film- und Serienprojekten in Europa und den USA.

Christina Ebelt arbeitet als Regisseurin und Drehbuchautorin. Sie studierte an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM). In Zusammenarbeit mit Jan Bonny schrieb sie den Spielfilm Gegenüber, der 2007 auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes Premiere feierte. Der Film gewann den Preis für das Beste Drehbuch beim Filmfest München und erhielt eine Nominierung als European Discovery bei den Europäischen Filmpreisen. 2019 führte sie bei ihrem ersten Spielfilm Sterne über uns Regie, der auf dem Filmfest München uraufgeführt wurde und mehrere Preise und Nominierungen erhielt, darunter 2020 den Preis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Ihre zweite Regiearbeit Monster im Kopf wurde ebenfalls mehrfach ausgezeichnet und kam 2023 in die deutschen Kinos.

Eurydice Gysel begann im Jahr 2000 als Produzentin bei CZAR.BE. Die Produktionsfirma wurde von Koen Mortier gegründet und entwickelte sich schnell zu einer der kreativsten Werbefilmproduktionsfirmen auf dem internationalen Markt. Im Jahr 2010 wurde Eurydice ausführende Produzentin und Geschäftsführerin des Unternehmens und leitet seitdem gemeinsam mit Koen Mortier die Fiction-Abteilung CZAR FILM & TV. Darüber hinaus ist Eurydice Gysel Mitglied des ACE Producers Network. 2006 und 2008 produzierte Eurydice Ex Drummer und 22nd of May, zwei Spielfilme von Koen Mortier, die beide eine umfangreiche Festival-Karriere genossen. Sie war außerdem Koproduzentin von Borgman (2013 im Wettbewerb in Cannes), Schneider vs. Bax (2015 in Locarno) und NR10 (2021 bei den Tallinn Black Nights), alle unter der Regie von Alex van Warmerdam, sowie von L’étrange couleur des larmes de ton corps (2013) von Hélène Cattet und Bruno Forzani (Locarno & TIFF). In der Zwischenzeit gab es auch eine Reihe intensiver Kooperationen mit der BBC, darunter die Serie The White Queen (2013) und drei Staffeln der Serie The Missing (2014-16, Nominierungen für die Golden Globes, People’s Choice Awards, BAFTA TV Awards). Im Jahr 2023 feierte Skunk (basierend auf dem Roman von Geert Taghon), ein neuer Spielfilm von Koen Mortier, bei den Tallinn Black Nights im Jugendwettbewerb Premiere, gewann den Preis für den besten Film und war ein Kassenschlager in Belgien.




Die Jury | European Short Film Competition

Jonathan Berlin // Alina Cyranek // Frederic Kau

Fotos: Jakob Fliedner // Nicole Keller // Alexander Gruber

Jonathan Berlin, geboren 1994 in Ulm, studierte Schauspiel an der Otto-Falckenberg-Schule in München und spielte in zahlreichen Filmen und Serien mit, für die er den Deutschen Schauspielpreis und den New Faces Award als bester Nachwuchsdarsteller erhielt. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen Die Freibadclique (2017), Kruso (2018), Der Passfälscher (2021) und Black Box (2021). Sein erstes Regieprojekt August wurde auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt, darunter das Norwich Film Festival, das Filmfest Dresden, in Budapest, New York und Manchester. Sein Kurz-Dokumentarfilm Gedanken eines jungen Menschen beim Anblick einer sich auflösenden Welt erhielt beim Filmfestival Münster 2023 eine lobende Erwähnung.

Alina Cyranek arbeitet als Autorin, Regisseurin und Produzentin. In ihren Filmen setzt sie sich vor allem mit gesellschaftspolitischen Fragen auseinander. Neben ihren künstlerischen Filmprojekten arbeitet sie als Realisatorin für das MDR Kurzfilmmagazin unicato und arte Kurzschluss. Für ihre Kurzfilme erhielt Alina zahlreiche Preise, u.a. den Goldenen Reiter der Bamberger Kurzfilmtage, den Best Doc Award beim Social Machinery Film Festival in Salerno oder den Audience Award BEST IN SHOW beim Chicago Feminist Film Festival. Sie studierte an der TU Dresden und absolvierte den Doppel-Master in Medienkunst an der Bauhaus-Universität Weimar und der Tongji University Shanghai als DAAD-Stipendiatin mit dem Schwerpunkt Dokumentar- und Experimentalfilm. 2018 gründete sie mit dem Animationskünstler Falk Schuster die hug films GbR in Halle (Saale). Fassaden (Dok Special beim Filmfestival Münster 2025) ist ihr Debutfilm.

Frederic Kau, obgleich geboren in Nordrhein-Westfalen, mit belgischen Wurzeln, fühlt sich dank Umzug im Kleinkindalter ins Münchner Umland doch eigentlich seit jeher wie ein echter Bayer. Das hielt ihn nicht davon ab, ein Drittel seiner bisherigen Lebenszeit ohne Lederhosen in England zu verbringen. Im Jugendalter ging es erst in ein Internat, bevor ihn anschließend ein Studium der Politikwissenschaften an der Universität Cambridge auf der Insel hielt. Um auf dem vermeintlich vorgezeichneten Weg der Blaupause zu bleiben, wurde zurück in München dann bei der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group angeheuert. Als Frederic merkte, dass das Realisieren des unternehmensinternen Imagefilms der bis dato glücklichste Tag im Jet-Set Hamsterrad war, nahm er sich im Rahmen seiner Quarter-Life-Crisis eine Auszeit und fuhr alleine ans Meer. Dort horchte er so lange in sich, bis er sich endlich eingestand: „Der Junge muss zum Film!“ Unter Einsatz seiner gesamten Familie wurde erfolgreich am Bewerbungsfilm für die London Film School gebastelt, für die es ihn erneut für zwei Jahre in seine Zweitheimat England verschlagen sollte. Für seinen politisch wie gesellschaftlich aktuellen Abschlussfilm Rubberneck (2018) kehrte er zurück nach Bayern, setzte LKWs, eine deutsche-britische Crew und eine belgische Pommesbude in Bewegung. Mit der gewonnenen Erkenntnis, dass im Fach Regie der Schwerpunkt seines Filmschaffens liegen soll, ging er an die Hamburg Media School. Nach seinem Abschluss arbeitet er nun als freiberuflicher Regisseur und geht seiner Leidenschaft nach, unterhaltsame und dennoch relevante Geschichten zu erzählen. Sein letzter Kurzfilm Mitläufer gewann 2023 in Münster den Großen Preis der Filmwerkstatt.




Die Jury | Westfalen Connection

Sophie Charlotte Erichsen // Lotte Ruf // Andre Sebastian

Fotos: C. Schüning // Seriencamp // Münsterland e.V., Anja Tiwisina

Sophie Charlotte Erichsen schlug nach dem Studium der Medienwissenschaften mit Schwerpunkt Film an der Universität Paderborn, wo sie während ihrer Arbeit beim studentischen Programmkino Lichtblick die Vielfalt des Filmes lieben lernte, durch die Mitarbeit bei den SchulKinoWochen in NRW den Weg zur Arbeit im Bereich Filmbildung und Filmvermittlung ein. Seit 2018 ist sie am DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum in der Abteilung Filmbildung und -vermittlung tätig. Seit 2024 ist sie zudem bei den Essener Filmkunsttheatern für Schulvorstellungen und die Kinderfilmtage im Ruhrgebiet zuständig. Die Urlaube verbringt sie am liebsten im Kino und auf Filmfestivals.

Lotte Ruf, 1996 in Düsseldorf geboren, studierte Film- & Fernsehproduktion an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Im Februar 2020 schloss sie ihren Bachelor in Filmproduktion an der FH Dortmund mit der historischen Webserie Haus Kummerveldt ab, wofür sie mit dem FIRST STEPS AWARD ausgezeichnet wurde. 2022 gründete sie zusammen mit Regisseur Mark Lorei die Goldstoff Filme GmbH, wofür sie das Stipendium des Mediengründerzentrum NRW erhielten. Ihr Abschlussfilm Another German Tank Story (2024) feierte Weltpremiere auf dem Internationalem Filmfestival Shanghai sowie dem Filmfest München und startete im April 2025 in den deutschen Kinos. Die Fortsetzung von Haus Kummerveldt ist aktuell in der ARTE Mediathek verfügbar und wurde 2024 mit dem Grimme-Preis Spezial ausgezeichnet. 

Andre Sebastian ist Leiter des Kulturbüros beim Münsterland e.V., einer der führenden Regionalmanagement-Organisationen Deutschlands. Unter dem Leitmotiv „Vernetzen. Koordinieren. Fördern.“ verantwortet er die Umsetzung des Regionalen Kultur Programms NRW (RKP) in der Region Münsterland und unterstützt Kulturakteur:innen bei der Entwicklung, Finanzierung und Umsetzung ihrer Projekte. Bereits während seines Studiums in Münster begann er seine Arbeit am Theater. Bis 2009 war er als Regisseur an verschiedenen Theatern im deutschsprachigen Raum und in der freien Szene tätig, bevor er von der künstlerischen Praxis ins Kulturmanagement wechselte. Von 2011 bis 2013 leitete er als Geschäftsführer das NRW Landesbüro Freie Kultur in Dortmund, absolvierte parallel eine berufsbegleitende Weiterbildung zum Kulturmanager und übernahm 2013 die Leitung des Kulturbüros Münsterland. Seit Dezember 2024 ist er zudem Transformationsmanager Nachhaltige Kultur (IHK) und berät Kulturschaffende im Münsterland zu ökologischer Nachhaltigkeit – von Klimabilanzierungen über Ressourcenmanagement bis hin zu klimafreundlichen Veranstaltungsformaten.